Anastasija Sevastova

Tennis

Die Tennis-Halle in Alt Erlaa in Wien im Jahr 2014: Anastasija Sevastova gibt Trainerstunden. Erwachsenen, Kindern, allen. Sie will damit ihr Studium für Tourismusmanagement in Krems finanzieren. Ihre Profikarriere hat die damals 24-jährige Lettin nach diversen Verletzungen aufgegeben. Drei Jahre später: Der Rasen-Centercourt des von Edwin Weindorfer (e|motion) organisierten WTA-Turniers „Mallorca Open“ im Sommer 2017: Anastasija Sevastova erreicht, wie ein Jahr zuvor, das Finale. Keineswegs eine Überraschung. Schließlich liegt die Lettin aktuell auf Platz 19 der Weltrangliste. Sie gewinnt das Endspiel mit 6:4, 3:6, 6:3 gegen die Deutsche Julia Görges und feiert den zweiten Turniersieg auf der WTA-Tour, ihr erstes WTA-Finale hatte sie am 8. Mai 2010 in Oeiras gewonnen.

Was zwischen diesen beiden Ereignissen liegt, ist wohl eine der verrücktesten und irrsten Geschichten im Profisport. In ihrer Wahlheimat Wien, wo sie davor schon öfter trainiert hatte, lernt Sevastova 2014 den Steirer Ronny Schmidt kennen. Er gibt ebenfalls Trainerstunden in Alt Erlaa, die beiden unternehmen privat viel gemeinsam und werden ein Paar. Irgendwann beschließen sie, noch einmal den Sprung ins Profigeschäft zu wagen. Alle Ersparnisse werden zusammengekratzt, um die Reisen zu finanzieren. Eine Entscheidung, die sich lohnt!

August 2019: Ronny Schmidt ist immer noch Sevastovas Trainer und Lebenspartner. Anastasija hat mittlerweile drei WTA-Titel erreicht (den dritten am 22. Juli 2018 in Bukarest), ein Preisgeld von 6,5 Millionen US-Dollar gewonnen und mit Platz 11 (15. Oktober 2018) ihr bisher höchstes Ranking in der Weltrangliste erreicht.